Freiheit der Schüler-Presse bedroht

Die Rangliste 2014 der Pressefreiheit nimmt die Jugendpresse Deutschland zum Anlass um auf die Situation von jungen Journalisten und Schülerzeitungsredakteuren in Deutschland hinzuweisen. Der Verband beobachtet zunehmend Situationen, in denen die jungen Medienmacher in ihrer Arbeit behindert werden.

In der durch die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ veröffentlichen Rangliste der Pressefreiheit nimmt Deutschland auf dem 14. Platz gerade eine mittlere Position ein. „Mit der Pressefreiheit in Deutschland ist es lange nicht so gut gestellt. Durch die Rangliste wird dies deutlich“, stellt Kai Mungenast, Vorstandssprecher der Jugendpresse Deutschland, fest. „Einschränkungen in ihrer Freiheit und Behinderungen der freien Berichterstattung erleben nicht nur erwachsene hauptberufliche Journalisten, sondern auch junge Medienmacher und Schülerzeitungsredakteure. Für uns ist hier leider einen erschreckenden Trend zu erkennen, denn immer mehr junge Medienmacher und Schülerzeitungsredakteure werden in ihrer Arbeit beeinträchtigt.“

Die Fälle, die dem Jugendpresse-Bundesverband über seine Landesverbände und seiner für Jugendpresse- Mitglieder kostenlose Rechtsberatung zugetragen werden, haben sich im letzten Jahr deutlich erhöht. Zunehmen versuchen Schulleitungen und Lehrer auf die Schülerzeitung einzuwirken. „Vor einigen Jahren noch hoffte ich, dass wir diese Einflussnahme weitergehest in den meisten Bundesländern hinter uns gelassen haben“, ist Mungenast schockiert und fordert: „Kinder und Jugendlichen müssen schon als Schüler eine freie Schülerpresse erleben, um zu überzeugten Demokraten heran wachsen zu können. Pressefreiheit ist keine Frage des Alters und des Berufes.“

Besonders sorgt sich die Jugendpresse Deutschland über die Schilderungen einiger Schülerzeitungen und jugendeigenen Medien, die von rechtsextreme Gruppierungen und Verantwortungsträger aus diesem Umfeld regelrecht bedroht werden. Mungenast berichtet: „Zunehmend sind junge Journalisten durch die Androhung von rechtlichen Konsequenzen und von Gewalt verunsichert und lassen sich daher durch unsere Rechtsberatung unterstützen.“ Gerade in diesen Situationen brauchen die jungen Journalisten die Unterstützung der Öffentlichkeit und den Schutz der Behörden.

Die jährliche Rangliste der Pressefreiheit der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ vergleicht die Situation der Medien in 180 Staaten und Regionen für den Zeitraum von Dezember 2012 bis Mitte Oktober 2013. An der Spitze der Rangliste stehen west- und nordeuropäische Länder, Schlusslichter sind wie seit Jahren Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan.

Quellverweis: Jugendpresse Deutschland; Foto: schuelerzeitung.de