Katholischer Pressebund zur KDG & DSGVO

Die Verunsicherung steigt und die Resignation ist groß seit der Einführung der DSGVO und der KDG am 24. und 25. Mai 2018. Das grundsätzlich positive Anliegen dem Schutz von privaten Daten folgt Chaos und eine ungewollte Eigendynamik, die dem hohen Engagement von vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Katholischen Kirche nicht gerecht wird.

Stefan Lesting, Vorsitzender des Katholischen Pressebund e.V.: „Wir brauchen ein sichtbares Zeichen von den Diözesanbischöfen und Generalvikaren, die dem Wahnsinn und den Auswüchsen der Verordnung einen Einhalt geben. Die Katholische Kirche braucht eigentlich seit Einführung der Verordnung ein Krisenmanagement, dass nicht nur aus Datenschützern besteht, sondern praxisnah und schnell Empfehlungen für viele offenen Fragen ausspricht.“

Hintergrund der Forderung ist, dass es deutschlandweit zurzeit keine einheitlichen Richtlinien gibt, wie in unterschiedlichen Situationen vorgegangen werden soll und was erlaubt ist und was nicht. Verantwortliche in der Jugendarbeit und der Gemeindearbeit wissen nicht, was sie mit ihren Webseiten, Facebook-Auftritten, dem Umgang mit Fotos oder den Anmeldungen zu Ferienfreizeiten machen sollen. Es kursieren bei Haupt- und Ehrenamtlichen von Tag zu Tag mehr Gerüchte über Abmahnungen, Strafzahlungen und vor allem der Angst etwas falsch zu machen. „Durch dieses Verhalten isoliert sich die Katholische Kirche und das widerspricht genau dem, was sie eigentlich ist und was sie auch sein möchte: Eine Glaubensgemeinschaft, die positiv nach vorne schaut und den Menschen in den Blick nimmt.“, so Lesting weiter.

Was muss getan werden?

Als erstes muss geklärt werden, für wen gelten die neuen Gesetze und soll sich nach dem Kirchlichen Datenschutzgesetz oder der Datenschutz-Grundverordnung gerichtet werden? Betroffen sind eingetragene katholische Vereine, Stiftungen und Körperschaften öffentlichen Rechts. Die Frage nach dem wann eine Organisation katholisch ist oder nicht stellt sich dringendst, denn davon abhängig ist ob die DSGVO oder die KDG gilt.

Ein Krisenmanagement muss eingerichtet werden und dieses muss öffentlich auch nach außen auftreten. Hier braucht es praxisnahe Entscheidungen und Leitlinien, die möglichst schnell geklärt werden und gegebenenfalls ganz unspektakulär auch von den bisher getroffenen Gesetzen abweichen. Ziel muss es sein für die anstehenden Ferienfreizeiten, Gemeindefeste und die Sakramentenpastoral zumindest Übergangslösungen zu finden, die mit wenig Einsatz und trotzdem mit Rücksicht auf den Schutz von Daten in den katholischen Organisationen umgesetzt werden können. Eine Abschottung kann keine Lösung sein.

Der Katholische Pressebund ist eine Vereinigung von medieninteressierten Laien, der 1964 gegründet wurde. Der Katholische Pressebund engagiert sich in verschiedenen medial-innovativen Projekten und hat in den vergangenen Jahren unter anderem die Stundenbuch-App, Deutschlands erfolgreichste katholische App, herausgegeben.